HIV/Aids heute

Menschen infizieren sich mit HIV. Menschen leben mit HIV und Aids. Immer noch sterben Menschen an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Im Vergleich zu Dritte-Welt-Ländern wie Afrika z.B. geht es Betroffenen in Deutschland gut, aber auch hier bei uns gilt: HIV ist nicht heilbar und kann – nach wie vor – zum Tod führen. Aber man kann heute gut mit einer HIV-Infektion leben.
Leider gerät das Thema HIV/Aids immer mehr aus dem Bewusstsein der Bevölkerung. Wir begreifen uns als Botschafter, HIV/Aids immer wieder zum Thema zu machen. Einen Beitrag sehen wir darin, in unserer Gesellschaft zu einem guten Leben beizutragen, dies sehen wir als unsere Aufgabe. Unsere Akteure sind/waren z.T. selbst von HIV betroffen und wissen deshalb um die Problematik im Leben mit HIV – früher wie heute.

Mission

Für Hilfe zur Selbsthilfe, Prävention, Beratung und Unterstützung sind wir Ansprechpartner im öffentlichen Gesundheitswesen/der öffentlichen Gesundheitspflege in den Bereichen HIV/Aids und STI (STD) und setzen unsere Kompetenzen gerne auch in anderen artverwandten Projekten ein, die zwar andere Hauptschwerpunkte haben, bei denen die Zielgruppen aber mit unseren übereinstimmen.
Wir sind eine soziale Einrichtung die unabhängig, mit Kompetenz für die Hauptbetroffenen – Gruppen wie schwulen Männern (MSM), Drogen konsumierenden Menschen u. a. arbeitet. Unabhängigkeit heißt auch, eine gute finanzielle Grundlage zu haben, die sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Sponsorenunterstützung ergibt, sowie aus selbst erwirtschafteten Erlösen wie z.B. dem jährlich stattfindende „Kuhreihen“ am 24. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag u.v.a.m. Kompetenz heißt für uns, den Betroffenen mit unserer Erfahrung und guten Profession zur Seite zu stehen.
Unsere Einrichtung verstehen wir als Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Menschen, die von HIV/Aids und STI betroffen sind oder sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchten. Wir schaffen eine Atmosphäre, in der sich alle Menschen wohl fühlen.
Als Kern unseres Menschenbildes sehen wir die Akzeptanz verschiedener Lebenswelten mit dem Recht auf die individuelle Persönlichkeitsverwirklichung.
Wir tragen zur Prävention vor HIV-Infektionen genauso bei wie zur Förderung der Lebensqualität Infizierter und ihrer Angehörigen.
Wir nehmen heute und in Zukunft als Fachleute eine spezielle, fortschrittliche Rolle in der Arbeit mit Betroffenen ein.

Unsere Normen und Werte

Die AH SBH wurde am 12.02.2006 als Selbsthilfegruppe gegründet und war seit 27.05.2013 assoziiertes Mitglied und ist seit 2014 Vollmitglied im Landesverband, der Aids-Hilfe Baden – Württemberg e.V.
Seit 2006 hat sich die AH SBH immer weiter – den steigenden Anforderungen entsprechend – entwickelt, gut organisierte und bedarfsermittelte Hilfsangebote arrangiert, sich weiteren Betroffenengruppe (wie Hepatitis, Substitution, Gefangenenarbeit) geöffnet, sich immer weiter verbessert aber auch verändert. Unsere Wurzeln sind in der Ehrenamtlichkeit, welche wir bewahren und alle zusammen weiter antreiben. Seit 01.07.2017 verfügt die AH SBH über zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen.
In der AH SBH haben alle Akteure gleichberechtigt Platz und tragen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Ganzen bei. Im Rahmen eines gemeinsamen Selbstverständnisses entwickeln die unterschiedlichen Arbeitsfelder eigene Professionalitäten und Identitäten und gemeinsame und verbindliche Regeln für ein konstruktives Neben- und Miteinander.
Wir begegnen uns in unterschiedlichen Rollen, die unsere Arbeit befruchten, aber auch zu Spannungen führen können. Wir begreifen den Umgang mit diesem Spannungsfeld als Herausforderung und Chance. Wir pflegen einen akzeptierenden, offenen, partnerschaftlichen und solidarischen Umgang miteinander. Wir begreifen Konflikte und Fehler als Chancen für Verbesserung und achten auf die Einhaltung unserer Grenzen und Regeln. Wir begreifen uns als Teil der vielfach bunten Community und Szenen.

Leitziele und Aufgaben

Die Umsetzung unserer Mission „WIR TUN WAS“ leisten wir durch:
• Respektvollen Umgang mit Behinderung, Krankheit und Tod
• Aufklärung, Information und Beratung
• entgegenwirken jeglicher Diskriminierung Betroffener und Vertretung deren Rechte
• Eintreten für Toleranz und Solidarität für Menschen mit HIV und Aids sowie für die Akzeptanz verschiedener Lebensweisen
• Strukturelle Prävention und durch Beratung
• Unterstützung (Betreuung) Betroffener im Alltag
• gezielte Öffentlichkeitsarbeit, d.h. die Verhinderung von Neuinfektionen mit HIV (Primärprävention)
• prophylaktische Maßnahmen zur Gesunderhaltung bei Menschen mit HIV (Sekundärprävention)
• die Sicherstellung kurativer und palliativer Maßnahmen zur Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität von an HIV und den Folgen von Aids erkrankten Menschen (Tertiärprävention).
• Sterbebegleitung und Trauerbewältigung, Hinterbliebenenbetreuung (Notfallseelsorge)
• Anbieten von Unterstützung von HIV-infizierten und an den Folgen von Aids erkrankten Menschen sowie deren Angehörigen und Partnern bei der Bewältigung psychosozialer Probleme
• Aus- und Weiterbildung von Berufsgruppen, die beruflich mit HIV Infizierten Menschen und an den Folgen von Aids erkrankten Umgang haben, in ihrer Eigenschaft als Multiplikatoren zum Thema HIV/Aids

Kunden/Klienten
Wir sind Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger, die Fragen oder Probleme im Zusammenhang mit HIV haben. In erster Linie wenden wir uns jedoch an die von HIV am stärksten Bedrohten: Menschen mit HIV und ihre Angehörigen, schwule Männer, Drogen konsumierende Menschen sowie MigrantInnen aus Risikogebieten. Sie alle verbindet die gemeinsame Erfahrung der Zugehörigkeit zu einer der Hauptbetroffenengruppen.
Darüber hinaus stehen manche unserer Angebote auch anderen Menschen offen, die hier unsere besondere Kompetenz suchen, weil sie sich in ihrer jeweiligen Lebenssituation von unserem Außenbild angezogen fühlen.

Wir gehen offen und mit Empathie auf unsere Kunden zu. Unsere Angebote orientieren sich am Bedarf und den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden. Wir streben eine Beziehung auf Augenhöhe an. Wir sind für unsere Kunden überall gut zu erkennen und leicht erreichbar. Anonymität und garantierte Verschwiegenheit sind für uns eine Selbstverständlichkeit.

Mitarbeiter

Wir leisten Selbsthilfe, Hilfe zur Selbsthilfe und Dienstleistungen bzw. Service in ehrenamtlicher Arbeit. Unsere haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bringen dabei jeweils ihren spezifischen unverzichtbaren Beitrag ein und begegnen sich in gegenseitiger Wertschätzung. Alle unsere Akteure fühlen sich in ihrer Arbeit wohl und identifizieren sich mit ihrer Arbeit und der AH SBH. Dies ist die Voraussetzung für unser Ziel, motivierte, ziel- und qualitätsorientierte Mitarbeiter zu haben. Wir fördern ein gutes Klima, fachliche Weiterbildung und individuelle Entfaltung der Mitarbeiter. Bei allen Mitarbeitern legen wir gleichermaßen Wert auf fachliche Qualifikation und auf Übereinstimmung mit unserem Menschenbild. Unsere Mitarbeiter sind aufgeschlossen und innovativ. Sie sind sich der Verantwortung, die sich aus ihrer jeweiligen Tätigkeit ergibt, bewusst.

Finanzierung

Wir fühlen uns unseren Spendern, Sponsoren und allen Menschen, die unsere Leistungen in Anspruch nehmen, verpflichtet, alle finanziellen Mittel wirtschaftlich und nachvollziehbar im Sinne des Vereinszwecks einzusetzen. Unsere finanziellen Aktivitäten werden im Haushaltsplan festgeschrieben und mit dem Jahresabschluss/Tätigkeitsbericht der Mitgliederversammlung offengelegt. Diese Transparenz eröffnet Vertrauen.

Interne Abläufe

Wir entwickeln die Qualität unserer Arbeit konsequent weiter und orientieren uns dabei am Quality Management (QM). Für alle unsere Angebote/Leistungen existieren verbindliche Qualitätsstandards und Ablaufbeschreibungen, die in unserer Qualitätsagenda festgeschrieben sind. Unsere Führungsgrundsätze beinhalten partnerschaftlichen Umgang, klare Hierarchie und geregelte Verantwortlichkeiten. Unser alltägliches Handeln basiert auf einer gemeinsamen Strategie und Planung. Wir pflegen und fördern eine offene und direkte Kommunikation zwischen allen Akteuren. So wie wir mit uns intern umgehen, gehen wir auch mit unseren Kooperationspartnern um. Wir fühlen uns der demokratischen, transparenten Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und einem schonenden Umgang mit unserer Umwelt verpflichtet.

Visionen

• Die gesellschaftliche und kirchliche Ausgrenzung und Isolierung anders lebender Minderheiten und sozial schwacher Menschengruppen, insbesondere Menschen mit HIV/Aids und STI´s, zu beenden.
• Gleichgültigkeit und Vorurteile untereinander überwinden zu lernen und die persönliche und gesellschaftliche Emanzipation zu kräftigen bzw. weiter zu entwickeln.
• Unterstützung bei seelischer, körperlicher sowie materieller Not.
• Öffentliche Gesundheitspflege durch Information, Beratung, Unterstützung und Aufklärung sowie Förderung der Forschung auf dem Gebiet HIV/Aids und STI´s auszubauen
• Ein selbstbewusstes Miteinander mit Ärzten, Therapeuten und politisch Verantwortlichen ermöglichen.
• Menschen – auch die, die nur im Verdacht stehen, mit dem HI-Virus infiziert oder an den Folgen von Aids erkrankt zu sein – sowie Menschen, die durch Information, Beratung, Mitarbeit oder Zuwendung bei Ihrer – auf den gleichen Zweck gerichtete – Tätigkeit, besser zu unterstützen.